27. Februar, 2025

Politik

Azubis im Streikfieber: Nachwuchs im öffentlichen Dienst macht Druck

Azubis im Streikfieber: Nachwuchs im öffentlichen Dienst macht Druck

Die aktuelle Tarifverhandlungsrunde im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erlebt eine bemerkenswerte Entwicklung: Erstmals hat die Streikwelle auch die Nachwuchskräfte erreicht. Die Gewerkschaft Verdi hat angehende Mitarbeiter sowie dual Studierende bundesweit zum Warnstreik mobilisiert. Rund 5.000 von ihnen sind dem Aufruf gefolgt und haben ihre Arbeit niedergelegt. Richard Rother, Mitglied des Verdi-Vorstands, betonte, dass diese Aktionen nicht unmittelbar die Arbeitsprozesse lahmlegen, aber dennoch wichtige Anliegen der jungen Generation im öffentlichen Dienst unterstreichen sollen.

In verschiedenen Städten, darunter Berlin, Hamburg und Mannheim, fanden Kundgebungen statt, die das Anliegen der Auszubildenden und der Studierenden unterstützen. Isabel Limerov von Verdi verdeutlichte, dass diese Proteste ein entscheidendes Signal an die Bundesregierung senden sollen, um die Interessen der jungen Beschäftigten stärker in den Fokus zu rücken – selbst in anstehenden Koalitionsverhandlungen.

Die Forderungen von Verdi im laufenden Tarifstreit sind klar: Für die Beschäftigten wird ein Lohnzuwachs von acht Prozent oder mindestens 350 Euro gefordert. Für die Auszubildenden bedeutet dies eine Erhöhung der Vergütungen um 200 Euro sowie eine Garantie auf unbefristete Übernahme. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten sind diese Anpassungen nach Ansicht der Gewerkschaft überfällig. Besondere Berufe, wie im Gesundheitswesen, sollen zusätzlich von höheren Zuschlägen profitieren. Auch möchten die Gewerkschaften drei weitere Urlaubstage durchsetzen. Die Arbeitgeberseite, insbesondere die Kommunen, zeigt sich jedoch skeptisch und warnen vor finanziellen Belastungen.

Die nächste Verhandlungsrunde zwischen den Parteien ist für Mitte März angesetzt. In der Zwischenzeit führen die zahlreichen Warnstreiks in verschiedenen Bundesländern zu erheblichen Einschränkungen im Flugverkehr. So müssen Reisende an den Flughäfen München und Hamburg mit Flugausfällen und Verzögerungen rechnen.