03. April, 2025

Technologie

Apple liefert endlich – aber nicht das, worauf alle warten

Mit dem Update auf iOS 18.4 bringt Apple seine hauseigene KI „Apple Intelligence“ nach Deutschland. Doch der wichtigste Teil – der smartere Siri-Assistent – bleibt weiterhin aus. Was das Update bringt, was fehlt und warum Apple hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Apple liefert endlich – aber nicht das, worauf alle warten
Große Versprechen, kleine Schritte: Mit iOS 18.4 startet Apple Intelligence in Deutschland – doch die angekündigte neue Siri bleibt weiterhin aus.

KI auf dem iPhone – mit Einschränkungen

Apple-Nutzer in Deutschland bekommen nun einen ersten Eindruck davon, wie der Konzern sich „Künstliche Intelligenz“ im Alltag vorstellt. Mit dem neuen iOS 18.4 hält Apple Intelligence Einzug auf ausgewählte iPhones, iPads und Macs – ein halbes Jahr später als in den USA.

Und: nur für Geräte mit entsprechend starker Hardware. Wer nicht mindestens ein iPhone 15 Pro oder ein iPad mit M1-Chip besitzt, schaut weiterhin in die Röhre.

Das Update bringt einige nützliche Funktionen mit – von sortierten E-Mails über KI-gestützte Textkorrekturen bis hin zu individuell generierten Emojis. Doch die zentrale Neuerung, die Apple großspurig angekündigt hatte – eine neue, kontextfähige Siri – fehlt nach wie vor. Und das nicht nur in Europa.

Apples KI-Strategie: sicher, langsam – und spät

Während Wettbewerber wie OpenAI, Google oder Microsoft längst mit hochentwickelten Chatbots und Assistenten auf dem Markt sind, gibt sich Apple weiterhin vorsichtig.

Statt mit disruptiven KI-Modellen zu experimentieren, setzt der Konzern auf Integrationen, die den Alltag etwas bequemer machen – aber bislang keine bahnbrechende Veränderung bringen.

Die Verzögerung der angekündigten Siri-Neuauflage, die laut Apple Flugdaten mit Nachrichten und Kontakten verknüpfen soll, zeigt: Der Tech-Gigant tut sich schwer, aus dem Hardware-Bereich heraus in wirklich intelligente, vernetzte Systeme vorzustoßen. Die versprochene Kontextfähigkeit ist nach wie vor Zukunftsmusik.

Was das Update kann – und was nicht

Das Update bringt funktionale, aber nicht revolutionäre Features:

  • Mails werden vorsortiert und zusammengefasst, ähnlich wie es Gmail-Nutzer seit Jahren kennen.
  • Textumformulierung erinnert an ChatGPT-Funktionen – allerdings weniger flexibel.
  • KI-Bildgenerierung via „Image Playground“ und eigene Emojis (Genmoji) sorgen für Spielerei, nicht Produktivität.
  • Siri kann nun auch Texte lesen, bleibt inhaltlich aber so begrenzt wie eh und je.

Kurz: Das System wirkt poliert, aber technisch zurückhaltend. Die große Innovation – ein digitaler Assistent, der tatsächlich mitdenkt – fehlt weiterhin.

Ein Rennen, das Apple zu verlieren droht

Tim Cook hatte auf der WWDC 2023 angekündigt, dass Apple „den persönlichsten KI-Ansatz der Branche“ verfolgen wolle. In der Praxis heißt das: Der Konzern will Datenschutz, On-Device-Verarbeitung und Nutzerfreundlichkeit unter einen Hut bringen. Das ist ehrenwert – aber auch limitierend.

Denn während Apple abwägt, wie viel Kontrolle es behalten will, bauen andere Konzerne Ökosysteme, in denen KI längst der zentrale Interaktionspunkt ist. Besonders auffällig: Apple integriert zwar ChatGPT direkt ins System, bleibt aber abhängig von externen Modellen, statt selbst führend zu sein.

Zwischen Anspruch und Anschluss

Dass Apple ausgerechnet beim Thema Sprachassistenz ins Hintertreffen gerät, ist symbolisch. Der Konzern hatte mit Siri einst Maßstäbe gesetzt – heute gilt sie als veraltet, unflexibel, langsam. Und der Versuch, sie mit Apple Intelligence aufzuwerten, ist bislang nur ein Versprechen ohne Termin.

Marktbeobachter sehen darin ein wachsendes Risiko. Wenn Apple nicht zeitnah funktionale, sprachgesteuerte KI-Erlebnisse liefern kann, droht dem iPhone eine zentrale Relevanz in der Nutzerinteraktion verloren zu gehen – zumal ChatGPT, Google Assistant oder Microsoft Copilot längst plattformübergreifend genutzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren:

Ryanair kehrt nach Lübeck zurück – und die Aktie stürzt ab
Rund zehn Jahre nach dem Rückzug fliegt Ryanair wieder vom norddeutschen Flughafen Lübeck. Die Expansion wirkt strategisch – doch der Markt zeigt sich unbeeindruckt. Die Aktie fällt.