03. April, 2025

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Alles neu macht der April? Was sich 2025 wirklich ändert

Von digitalem Fahrzeugschein bis Elterngeld-Kürzung: Diese Gesetzesänderungen müssen Bürger, Autofahrer, Eltern und Unternehmen jetzt kennen.

Alles neu macht der April? Was sich 2025 wirklich ändert
Elterngeld unter Druck: Die neue Einkommensgrenze von 175.000 € für Paare bedeutet für viele Familien den faktischen Ausschluss – eine verdeckte Kürzung, die besonders Gutverdienende mit hoher Steuerlast trifft.

Startschuss für digitalen Fahrzeugschein

Nach jahrelangem Ringen um eine praxisnahe Digitalisierung des Verkehrsrechts beginnt im April ein bundesweiter Feldversuch für den digitalen Fahrzeugschein.

Die neue App des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr erlaubt es, Fahrzeugdokumente auf dem Smartphone zu speichern. Ziel: Bürokratieabbau und Vereinfachung für Autofahrer.

Rund 2.500 Testnutzer werden aktuell gesucht. Die Einführung des digitalen Führerscheins hängt indes weiter an europäischer Regulierung.

Neue Fragen, neue Hürden: Theorieprüfung modernisiert

Zum 1. April ändert sich der Fragenkatalog für die theoretische Fahrerlaubnisprüfung. Neben klassischen Vorfahrtsfragen werden erstmals auch Multiple-Choice-Bildfragen eingeführt.

Wer ab April zur Prüfung antritt, muss sich auf neue Inhalte einstellen – unabhängig davon, nach welchem Katalog er gelernt hat.

Führerschein-Fragenchaos ab April: Mit 64 neuen Theoriefragen – teils mit Bild und Multiple Choice – trifft die Reform vor allem Fahrschüler, die noch nach dem alten Katalog lernen. Die Vorbereitung wird zur Glückssache.

Wirtschaftsprozesse auf Englisch

Deutschland spricht Recht – jetzt auch auf Englisch. Für Wirtschaftsstreitigkeiten mit einem Mindeststreitwert von 500.000 Euro können künftig sogenannte Commercial Courts Verfahren vollständig in englischer Sprache durchführen. Das soll internationale Investoren anlocken und Prozesse in Deutschland wettbewerbsfähiger machen.

Elterngeld nur noch bis 175.000 Euro Jahreseinkommen

Eine der umstrittensten Änderungen betrifft junge Familien: Die neue Einkommensgrenze für den Anspruch auf Elterngeld sinkt zum 1. April auf 175.000 Euro für Paare und Alleinerziehende.

Das betrifft Geburten ab dem Stichtag. Kritik kommt vor allem aus Mittelschicht-Haushalten, die sich durch die Reform benachteiligt sehen.

Elektronische Patientenakte: Kommt sie wirklich?

Nach Sicherheitsbedenken verzögert sich der bundesweite Start der elektronischen Patientenakte (ePA) erneut. Die Testläufe in Modellregionen laufen, aber ein definitiver Termin für den deutschlandweiten Rollout bleibt offen. Die ePA ist ein zentraler Baustein der geplanten Digitalisierung im Gesundheitswesen – doch der Weg zur voll funktionsfähigen Akte dürfte sich noch bis März 2026 ziehen.

Neue Berufskrankheiten anerkannt

Drei neue Erkrankungen finden Aufnahme in die Liste der Berufskrankheiten: die Rotatorenmanschetten-Schädigung bei langjähriger Schulterbelastung, Gonarthrose bei Profifußballern sowie COPD bei langjähriger Quarzstaub-Exposition. Betroffene können unter bestimmten Bedingungen Heil- und Entschädigungsansprüche geltend machen.

ETA-Pflicht für Großbritannien-Reisen

Ab dem 2. April brauchen EU-Bürger für Reisen nach Großbritannien eine sogenannte Electronic Travel Authorisation (ETA). Sie kostet zehn Pfund, gilt für mehrere Einreisen und ist auch für Kinder notwendig. Damit wird der Brexit auch für Touristen spürbarer.

Leinenpflicht für Hunde regional verschärft

Mit Beginn der Brut- und Setzzeit gilt in mehreren Bundesländern ein Leinenzwang für Hunde in Feld und Flur. In Niedersachsen etwa von 1. April bis 15. Juli. Ziel ist der Schutz von Wildtieren. Wer mit Hund reist, sollte die Regelungen des jeweiligen Bundeslands prüfen.

Metro verlässt die Börse

Der Großhandelsriese Metro wird voraussichtlich am 16. April von der Börse genommen. Die Finanzaufsicht Bafin hat dem Delisting-Antrag von Großaktionär Daniel Křetínský grünes Licht gegeben. Der gebotene Preis je Aktie: 5,33 Euro. Die Familien Beisheim und Schmidt-Ruthenbeck bleiben weiterhin beteiligt.

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