05. April, 2025

Politik

AfD gleichauf mit der Union – InvestmentWeek-Umfrage unter 18.000 Deutschen zeigt politisches Beben

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat in der Wählergunst die Union eingeholt. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der InvestmentWeek, bei der vom 1. bis 3. April bundesweit 18.000 Wahlberechtigte telefonisch befragt wurden.

AfD gleichauf mit der Union – InvestmentWeek-Umfrage unter 18.000 Deutschen zeigt politisches Beben
Laut einer InvestmentWeek-Telefonumfrage unter 18.000 Bürgern erreicht die AfD erstmals denselben Wert wie CDU/CSU – ein historischer Tiefpunkt für die Union auf Bundesebene.

CDU und CSU kommen demnach auf 24 Prozent – exakt so viel wie die AfD. Damit liegt die Rechtsaußenpartei erstmals auf Bundesebene gleichauf mit der stärksten Kraft im Bundestag.

Für die Union bedeutet das einen Rückgang um zwei Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat. Die AfD konnte hingegen leicht zulegen und liegt damit auf ihrem bisherigen Höchstwert in der Geschichte der Bundesrepublik.

Besonders deutlich fällt der Trend in den ostdeutschen Bundesländern aus: Dort erreicht die AfD inzwischen in mehreren Regionen über 30 Prozent Zustimmung.

Union verliert an Rückhalt – auch in der eigenen Basis

In der InvestmentWeek-Befragung äußerten 62 Prozent der Unionswähler Unzufriedenheit mit der aktuellen Ausrichtung ihrer Partei. 48 Prozent gaben an, sie hätten „weniger Vertrauen“ in die Durchsetzungsfähigkeit der Parteiführung seit Beginn der Koalitionsgespräche.

Der designierte Kanzlerkandidat Friedrich Merz startet damit unter schwierigen Vorzeichen – und ohne den sonst üblichen Bonus des Amtsantritts.

52 % der AfD-Wähler begründen ihre Wahl mit „grundsätzlicher Unzufriedenheit mit dem politischen System“. Die zunehmende Polarisierung stellt die politische Stabilität vor neue Herausforderungen.

Besonders kritisch sehen viele Befragte, dass sich die CDU bei zentralen Themen – etwa Migration, Wirtschaftspolitik und Bildung – aus Sicht vieler Bürger nicht klar genug positioniere. Der Rückhalt bei Jungwählern und in urbanen Regionen sinkt spürbar. Nur noch 19 Prozent der unter 30-Jährigen gaben an, die Union bei einer Bundestagswahl wählen zu wollen.

AfD profitiert von Vertrauensverlust in etablierte Parteien

Die AfD hingegen gewinnt vor allem in der Gruppe der 40- bis 59-Jährigen sowie in ländlichen Regionen hinzu. 52 Prozent ihrer Anhänger geben an, die Partei aus „grundsätzlicher Unzufriedenheit mit dem politischen System“ zu wählen.

34 Prozent der AfD-Wähler gaben an, sie sähen in keiner anderen Partei „eine echte Opposition zur politischen Klasse“.

Im Osten Deutschlands erreicht die AfD laut unserer Erhebung 33 Prozent – die Union lediglich 19. Besonders stark ist sie in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Im Westen hingegen bleibt die Partei in vielen Regionen unter 20 Prozent.

SPD stabil – Grüne verlieren – FDP im Sinkflug

Die Sozialdemokraten halten sich mit 16 Prozent stabil – ein Wert, der dem Ergebnis der Bundestagswahl 2021 entspricht. Die Grünen verlieren einen Prozentpunkt und landen bei 11 Prozent.

Die FDP erreicht nur noch 4 Prozent und würde aktuell an der Fünfprozenthürde scheitern. Die Linke und das Bündnis Sahra Wagenknecht liegen jeweils bei 5 Prozent.

Politische Polarisierung nimmt spürbar zu

Die InvestmentWeek-Umfrage zeigt eine tief gespaltene Wählerschaft: 44 Prozent aller Befragten gaben an, dass „keine Partei die aktuellen Probleme des Landes glaubwürdig adressiert“.

53 Prozent äußerten die Sorge, dass sich die politischen Ränder weiter stärken werden – bei gleichzeitigem Vertrauensverlust in die Mitte.

Zugleich fordern 72 Prozent der Befragten mehr Sachorientierung, weniger parteipolitisches Taktieren und eine klarere Kommunikation zu Themen wie Inflation, Energie, Migration und Bildung. Der Ruf nach einer „neuen politischen Kultur“ wird in den offenen Antworten unserer Telefonumfrage besonders häufig genannt.